|
Geschrieben von: Robert
|
Bei den spinalen Arachnoidalzysten oder spinalen meningealen Zysten handelt es sich um innerhalb der Wirbelsäule (intraspinal), aber außerhalb des Rückenmarks (extramedullär) gelegene, mit Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) gefüllte Zysten. Die spinale intradurale Arachnoidalzyste ist öfter mit einer Syringomyelie vergesellschaftet.
Da die Einstufung der Zysten in der Literatur undeutlich, verwirrend und in bestimmten Kategorien histologisch irreführend war, wurde 1988 von der Universitätsklinik für Neurochirurgie des George Washington Medical Centers unter Leitung von Michael W. Nabors die gleichnamige bis heute gültige Nabors-Klassifikation vorgeschlagen:
-
Typ 1 - Extradurale menigeale (Arachnoidal) Zyste ohne darin enthaltener Nervenwurzel.
1a - Extradurale meningeale Zyste.
1b - Okkulte sakrale Meningozele.
-
Typ 2 - Extradurale meningeale Zyste mit darin enthaltener Nervenwurzel = Perineuriale Zyste, Tarlov Zyste, Wurzeltaschenzyste.
Die primäre bzw. angeborene extradurale Arachnoidalzyste ist meist an der dorsalen und dorsolateralen Fläche der unteren BWS angelegt.
-
Typ 3 - Intradurale Arachnoidalzyste, Spinale intradurale Zyste, Meningeales Divertikel
Die primäre bzw. angeborene intradurale Arachnoidalzyste ist meist an der Rückseite der mittleren BWS zu lokalisieren.
Ursache
Spinale Arachnoidalzysten können angeboren oder erworben sein. Letztere entstehen durch frühere Verletzung, Operation, Infektion oder Blutung und werden auch als Subarachnoidalzysten bezeichnet. Kongenitale (angeborene) arachnoidale Zysten entwickeln sich aus Divertikeln (Aussackungen) der Arachnoidea und werden als Missbildungen angesehen. Sie kommunizieren mit dem subarachnoidalen Raum und vergrößern sich durch Ventilmechanismen. Eine direkte Kommunikation ist aber nicht unbedingt nachweisbar. Spinale meningeale Zysten werden manchmal auch als nichtdysraphische Fehlbildungen beschrieben.
Symptomatik
Spinale Arachnoidalzysten sind eine relativ seltene Läsion. Diese Zysten sind in der Regel asymptomatisch, können aber Symptome durch Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln plötzlich oder allmählich hervorrufen.
Liste der Symptomgruppen:
-
Schmerzen
-
Schwäche
-
Sensibilitätsstörungen
-
Radikuläre Symptome
Mit der Größenzunahme der Zyste nehmen die neurologischen Ausfälle und verschiedensten oft nicht lokalisierbaren Symptome zu.
Therapie
-
Chirurgische Resektion
-
-
Shunt-Verfahren
Die Prognose bei erfolgreicher Therapie kann als sehr gut bewertet werden, wobei eine Linderung der Symptome zu erwarten ist. Das Ausmaß der Rückenmarkatrophie zeigt das zu erwartende neurologische Ergebnis an.
|