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Medizinisches Glossar

Es sind 16 Einträge im Lexikon.
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Begriff Definition
Arachnoidea

Die Arachnoidea ist die mittlere Gehirn- und Rückenmarkshaut. Sie wird auch Spinnengewebshaut genannt und liegt der sie bedeckenden Dura mater eng an und ist von der unter ihr gelegenen Pia mater getrennt durch den Subarachnoidalraum, der die Hirnflüssigkeit, auch als Liquor cerebrospinalis oder CSF benannt, enthält.  

Arachnoiditis

Die Arachnoiditis ist die akute oder chronische, adhäsive Zysten vortäuschende, bakterielle oder traumatische Entzündung der Arachnoidea des Gehirns oder Rückenmarks. Bekannte Symptome sind Reizzustände der Hirnnerven bzw. Spinalnervenwurzeln (Radikulitis), Querschnittslähmung, Liquorblockade.

Dermatom

Als Dermatom bezeichnet man ein Hautareal, das von einem bestimmten Rückmarksegment sensibel innerviert wird. Diese Hautbezirke vermischen sich bei der weiteren Entwicklung mit den Nachbarbezirken, so dass dem Hautbezirk beim Erwachsenen mehrere Dermatome zugeordnet werden können, wobei jedoch ein Dermatom anteilsmäßig immer überwiegt. Der Ausfall einer einzigen Hinterwurzel (= Radix dorsalis) ist also nicht eindeutig nachweisbar. Die Hautoberfläche des Menschen ist in 30 Dermatome unterteilt. Die Dermatome sind den 31 Spinalnerven zugeordnet. Dem 1. Spinalnerven ist kein Dermatom zugeordnet. 

Divertikel

Ein Divertikel ist eine Ausstülpung in der Wand eines Organs und zwar als angeborene Ektasie (Ausdehnung bzw. sackartige Erweiterung eines Hohlorgans) bzw. als Rest embryonaler Aussackungen oder zug-, druckbedingt als erworbenes Traktions- bzw. Pulsionsdivertikel oder als embryol sackförmige Ausbuchtung einer Organanlage.

Intradural

Intradural bedeutet innerhalb der harten Hirn- oder Rückenmarkshaut gelegen, der Dura mater encephalis oder spinalis.

Liquor cerebrospinalis (CSF)

Der Liquor cerebrospinalis (cerebrospinal fluid = CSF) ist das sogenannte Hirn- oder Rückenmarkswasser. Diese Flüssigkeit zirkuliert in den Liquorräumen und dient dem Schutz des zentralen Nervensystems vor mechanischer Verformung und dem schnellen Druckausgleich im Liquorsystem. Die Gewinnung von Liquor zur Diagnostik erfolgt durch Lumbal-, Subokzipital- oder Ventrikelpunktion.

Liquorüberdruck-Syndrom

Das Liquorüberdruck-Syndrom erklärt die Symptomatik bei erhöhtem Hirndruck: Schwindel, Kopfschmerz, Nüchternerbrechen, Benommenheit, Stauungspapille, Abduzenslähmung (6. Hirnnerv), Reflexsteigerung, zerebellare Ataxie, Nystagmus, epileptiforme Anfälle, evtl. Zunahme des Schädelumfangs mit Sprengung der Schädelnähte und Scheppern bei Perkussion.

Liquorunterdruck-Syndrom

Das Liquorunterdruck-Syndrom erklärt sich durch eine mangelnde Produktion von Liquor cerebrospinalis. Kann als spontanes (ätiologisch unklares) und als Sekundärgeschehen (z.B. nach Verletzungen) vorkommen. Symptome: Meningismus (meningeales Reizsyndrom mit schmerzhafter Nackensteifigkeit bei Reizungen und Erkrankungen der Hirnhäute), Kopfschmerz (beim Aufrichten verstärkt, bei Jugularvenenkompression vermindert), Übelkeit bis zum Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit (Photo-/ Phonophobie), evtl. vegetative Labilität, niedriger Blutdruck.

Meningen

Die Meningen sind die Hirn- und Rückenmarkshäute und bestehen aus drei Schichten: der Dura mater, der Arachnoidea und der Pia mater.

Pia mater

Die Pia mater oder harte Hirnhaut ist die der Hirn- und Rückenmarkoberfläche unmittelbar aufliegende weiche Bindegewebshülle oder der innere Teil der Leptomeninx. Sie teilt sich auf in die Pia mater cranialis und die Pia mater Spinalis, die dann die Wurzeln, Spinalganglien und proximalen Spinalnervenanteile umhüllt.   

Radikulopathie

Die Radikulopathie ist die Schädigung einer Nervenwurzel, die häufig von Rückenschmerzen und einer Beeinträchtigung der Nervenfunktion (Empfindungsstörungen, Lähmungserscheinungen) begleitet wird. Symptome: Starke Schmerzen, die entsprechend dem Versorgungsgebiet der Nervenwurzel (segmental) bis ins Bein oder den Arm (Schulter-Arm-Schmerz) ausstrahlen können. Weiter ist eine Ausstrahlung der Schmerzen in den Brustkorbbereich entlang der Zwischenrippennerven möglich. Rückenschmerzen, auch mit Verspannung der Rückenmuskulatur. Taubheits- und Gefühlsstörungen in den Versorgungsgebieten der Nerven (Hypästhesie (= abgeschwächtes Empfindungsvermögen), Hyperästhesie (= gesteigertes Empfindungsvermögen) bis hin zu Allodynie (= Berührungsschmerz), Hyperpathie (= schmerzhafte Überempfindlichkeit gegenüber allen örtlichen Reizen), Kribbeln,etc.). Muskelschwächen und -lähmungen (Paresen). Reflexabschwächungen und –ausfälle. Lähmungen im Genital- und/oder Analbereich verbunden mit Blasen- bzw. Darmschwäche.

Spinale meningeale Zysten

Bei den spinalen meningealen Zysten (spinale Arachnoidalzysten) handelt es sich um innerhalb der Wirbelsäule (intraspinal), aber außerhalb des Rückenmarks (extramedullär) gelegene, mit Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) gefüllte Zysten. Sie können angeboren oder erworben sein. Letztere entstehen durch frühere Verletzung, Operation, Infektion oder Blutung und werden auch als Subarachnoidalzysten bezeichnet. Kongenitale (angeborene) arachnoidale Zysten entwickeln sich aus Divertikeln der Arachnoidea und werden als Missbildungen angesehen. Sie kommunizieren mit dem subarachnoidalen Raum und vergrößern sich durch Ventilmechanismen. Eine direkte Kommunikation ist aber nicht unbedingt nachweisbar. Spinale meningeale Zysten werden manchmal auch als nichtdysraphische Fehlbildungen beschrieben.

Spinalganglion

Das Spinalganglion (Ganglion spinale) als Dorsalganglion oder Hinterwurzelganglion ist ein innerhalb des Wirbelkanals gelegener Nervenknoten (Ganglion) und hat die Größe eines Korns. Es ist eine Ansammlung von Nervenzellkörpern der zuführenden sensiblen (afferenten) Nervenfasern zum Rückenmark. Es liegt innerhalb des Foramen intervertebralis in der hinteren Wurzel des jeweiligen Segmentes. Pro Rückenmarksegment ist beidseits ein Spinalganglion ausgebildet.    

Spinalnerv

Der Spinalnerv besteht aus einer Vereinigung der motorischen Vorderwurzel und der sensiblen Hinterwurzel, die zusammen durch das Foramen intervertebrale treten. Kurz nach Verlassen des Wirbelkanals teilt sich der Spinalnerv in einen vorderen Ast (Ramus ventralis) und einen hinteren Ast (Ramus dorsalis).

Zyste

Eine Zyste ist ein durch eine Gewebskapsel abgeschlossener Gewebshohlraum, bestehend aus einer oder mehreren Kammern, gefüllt mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt. Eine echte Zyste ist mit Epithel ausgekleidet und kommt einerseits angeboren infolge Gewebsfehlentwicklung vor oder erworben, z.B. durch Sekretverhaltung, krankhafte Absonderung oder verletzungsbedingte Epitheleinsenkung (traumatische Zyste, Einblutungen).